Section Control an einer alten Feldspritze nachrüsten
Section Control ist nicht nur ein Thema für neue Feldspritzen. Auch ältere Spritzen können nachgerüstet werden, wenn die technischen Voraussetzungen passen. Entscheidend sind vor allem fünf Punkte: ISOBUS oder NON-ISOBUS, elektrische Teilbreitenventile, Durchflussmesser, Anzahl der Sektionen und die Anschlussart der Ventile.
Der Nutzen liegt auf der Hand: weniger Überlappung am Vorgewende, saubereres Arbeiten in Keilen und weniger Stress für den Fahrer. Gerade bei Pflanzenschutzmitteln und Flüssigdünger können unnötige Überlappungen teuer und pflanzenbaulich problematisch sein.
Was macht Section Control?
Section Control schaltet Teilbreiten automatisch ein und aus. Das System erkennt anhand der Position, welche Fläche bereits behandelt wurde oder außerhalb der Feldgrenze liegt. Dadurch werden Sektionen am Gestänge automatisch abgeschaltet.
Je mehr Teilbreiten vorhanden sind, desto feiner kann geschaltet werden. Eine Spritze mit neun Sektionen kann Keile und Vorgewende genauer abbilden als eine Spritze mit drei großen Teilbreiten. Gleichzeitig steigen mit mehr Sektionen die Anforderungen an Verkabelung, Steuerung und saubere Einrichtung.
ISOBUS oder NON-ISOBUS?
Bei einer ISOBUS-Spritze müssen Terminal, GPS-Signal und Section-Control-Funktion zusammenpassen. Wichtig ist, dass das Terminal Task Controller Section Control, also TC/SC, unterstützt und ein passendes GPS-Signal verarbeiten kann. Eine ISOBUS-Spritze ist deshalb nicht automatisch section-control-fähig, wenn Terminal, Lizenz oder GPS-Anbindung fehlen.
Bei einer NON-ISOBUS-Spritze wird die Steuerung anders aufgebaut. Dann muss die Spritzensteuerung über ein passendes Terminal und einen geeigneten Kabelsatz angebunden werden. Das kann gerade bei älteren Spritzen interessant sein, wenn Ventile und Durchflussmessung technisch geeignet sind.
Vorhandenes Terminal und FJD-System
Wenn bereits ein FJD-System wie AT2, AT2 Max, AH2, AS2 oder AS2 Max vorhanden ist, kann das die Planung deutlich vereinfachen. Dann ist zu prüfen, welches Terminal genutzt wird und ob es für die Spritzensteuerung eingebunden werden kann.
Wenn noch kein FJD-System vorhanden ist, sollte die Lösung von Anfang an komplett geplant werden. Dann geht es nicht nur um das Spritzenkit, sondern auch um Terminal, GPS-Signal, Verkabelung, Einbauort und Bedienung in der Kabine.
Elektrische Teilbreitenventile
Eine rein mechanische Armatur lässt sich nicht einfach per Software schalten. Entscheidend ist, ob die Teilbreitenventile elektrisch gesteuert sind und einen Kabelanschluss besitzen. Wenn die Ventile nur mechanisch betätigt werden, muss zuerst geklärt werden, ob eine elektrische Nachrüstung technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.
Elektrische Ventile sind die Grundlage dafür, dass Section Control die Sektionen automatisch öffnen und schließen kann. Wichtig sind Fotos vom Ventilblock, von einzelnen Ventilen und von den Steckern. Anhand dieser Details lässt sich viel besser einschätzen, welcher Kabelsatz passt.
Durchflussmesser
Für eine saubere Mengenregelung ist ein vorhandener oder nachrüstbarer Durchflussmesser wichtig. Er misst, wie viel Flüssigkeit tatsächlich durch das System läuft. Ohne diese Information kann die Ausbringmenge nicht zuverlässig überwacht oder geregelt werden.
In der Praxis sollte geprüft werden, ob ein Durchflussmesser vorhanden ist, welcher Typ verbaut ist und wie er angeschlossen ist. Fotos vom Durchflussmesser und vom Typenschild helfen deutlich mehr als nur die Angabe der Spritzenmarke.
Anzahl der Teilbreiten und Anschlussart
Nicht nur die Arbeitsbreite zählt, sondern die Zahl der tatsächlich geschalteten Sektionen. Eine 21-Meter-Spritze mit fünf Teilbreiten wird anders geplant als eine 27-Meter-Spritze mit neun Teilbreiten.
Genauso wichtig ist die Anschlussart der Ventile. Häufig geht es um 2-Pin- oder 3-Pin-Anschlüsse beziehungsweise um zwei oder drei Adern. Viele Landwirte kennen die Arbeitsbreite auswendig, aber nicht die Anschlussart der Ventile. Genau diese Information entscheidet später über den passenden Kabelsatz und den Aufwand der Nachrüstung.
Welche Fotos sind wirklich hilfreich?
Foto vom Spritzentypenschild: Damit lassen sich Hersteller, Typ und Baujahr besser einordnen.
Foto von Steuerkasten oder Bedienbox: So erkennt man, wie die Spritze aktuell bedient wird.
Foto vom Ventilblock: Der Ventilblock zeigt, wie die Teilbreiten technisch aufgebaut sind.
Foto von einzelnen Teilbreitenventilen: Hier sieht man, ob elektrische Ansteuerung vorhanden ist.
Foto von Steckern an den Ventilen: Die Steckerform und Aderzahl sind wichtig für den Kabelsatz.
Foto vom Durchflussmesser: Damit lässt sich prüfen, ob Mengenregelung realistisch eingebunden werden kann.
Foto vom vorhandenen Terminal: Falls bereits ein Terminal in der Kabine ist, sollte es mitgeprüft werden.
Wann lohnt Section Control besonders?
Section Control lohnt sich besonders bei vielen Keilen, unregelmäßigen Flächen, breiten Gestängen und teuren Mitteln. Auch bei kleineren Flächen kann es sinnvoll sein, wenn viele Vorgewende und Teilflächen vorhanden sind. Auf großen rechteckigen Schlägen ist der reine Mitteleffekt oft geringer, aber die Fahrerentlastung bleibt.
Deine nächsten Schritte
Prüfe zuerst, ob deine Spritze ISOBUS nutzt oder klassisch angesteuert wird. Danach sind elektrische Ventile, Durchflussmesser, Zahl der Sektionen und 2- oder 3-Pin-Anschluss entscheidend. Mit Fotos von Ventilblock, Steckern, Durchflussmesser und Bedienbox lässt sich die passende ATS-Lösung deutlich belastbarer einschätzen.
Quellen
Agrovec Produktinformationen und ATS-Auswahlkriterien zu ISOBUS, NON-ISOBUS, Ventilen, Durchflussmesser und Kabelsatz.
