Optische Spurführung oder automatische Lenkung?
Optische Spurführung und automatische Lenkung werden oft in einen Topf geworfen. Beide helfen, genauer zu fahren. Der entscheidende Unterschied ist aber: Bei optischer Spurführung lenkt der Fahrer selbst. Bei automatischer Lenkung führt das System den Traktor aktiv.
Dieser Unterschied hat Folgen für Montage, Preis, Bedienung und Nutzen im Alltag. Wer nur Orientierung sucht, braucht nicht zwingend ein automatisches Lenksystem. Wer lange Arbeitstage fährt oder hohe Wiederholgenauigkeit braucht, profitiert deutlich stärker von automatischer Lenkung.
Optische Spurführung mit AG1
Das FJD AG1 ist eine optische Parallelführung ohne automatischen Lenkeingriff. Der Fahrer folgt der Anzeige auf dem Terminal und korrigiert die Lenkung selbst. Das System bietet ein 10,36-Zoll-Touchterminal, kann flexibel auf verschiedenen Maschinen eingesetzt werden und erreicht mit RTK bis zu 2,5 cm Genauigkeit.
Der Vorteil liegt im einfachen Aufbau. Es muss kein Lenkrad getauscht und kein Lenkwinkelsensor montiert werden. Für die Installation reichen im Wesentlichen GNSS-Empfänger, Terminal und Stromversorgung.
Wo optische Spurführung stark ist
Optische Spurführung ist besonders interessant, wenn mehrere Maschinen unkompliziert genutzt werden sollen oder der Fahrer den Lenkeingriff bewusst selbst behalten möchte. Sie hilft beim Düngerstreuen, Grünland, Bodenbearbeitung oder bei Arbeiten, bei denen eine bessere Orientierung ausreicht.
Mit optionaler ISOBUS-Erweiterung kann das AG1 außerdem als Universalterminal für kompatible Anbaugeräte genutzt werden, inklusive Section Control. Damit ist AG1 nicht nur ein einfaches Display, sondern kann je nach Ausstattung auch in Richtung Gerätesteuerung wachsen.
Grenzen der optischen Spurführung
Bei optischer Führung muss der Fahrer die angezeigte Abweichung selbst umsetzen. Je nach Geschwindigkeit, Sicht, Müdigkeit und Konzentration entstehen zusätzliche Abweichungen. Das RTK-Signal kann sehr präzise sein, aber der Fahrer muss die Linie trotzdem manuell halten.
Wer lange gerade Bahnen fährt, nachts arbeitet oder bei Pflanzenschutz und Aussaat maximale Entlastung möchte, wird diesen Unterschied schnell merken.
Automatische Lenkung mit AT2 oder AT2 Max
AT2 und AT2 Max übernehmen den Lenkeingriff. Dafür werden Motorlenkrad, GNSS-Empfänger, Terminal und Lenkwinkelsensor montiert. Das System fährt die gespeicherte Spur, der Fahrer überwacht Arbeit und Umfeld.
Das bringt vor allem bei langen Arbeitstagen Vorteile. Kleine Lenkkorrekturen entfallen, Anschlussfahrten werden gleichmäßiger und der Fahrer kann sich stärker auf Gerät, Bestand und Vorgewende konzentrieren.
Integrierte automatische Lenkung mit AS2
AS2 ist ebenfalls automatische Lenkung, aber für steer-ready Fahrzeuge. Es nutzt die vorhandene Fahrzeughydraulik und das originale Lenkrad bleibt erhalten. Dadurch entsteht eine aufgeräumte Kabine ohne Motorlenkrad. Voraussetzung ist ein kompatibler Traktor mit passender Lenkvorbereitung.
AS2 ist besonders interessant, wenn der Traktor ab Werk für automatische Lenkung vorbereitet ist und eine saubere Integration gewünscht wird. Im Unterschied zum AT2 wird nicht mechanisch über ein Motorlenkrad gelenkt, sondern direkt über die vorhandene Lenkhydraulik.
Welche Lösung ist für welche Arbeit sinnvoll?
Für Grünland, Düngerstreuen, einfache Bodenbearbeitung oder gelegentliche Unterstützung kann AG1 bereits viel bringen. Wer regelmäßig drillt, spritzt, hackt, nachts arbeitet oder viele Stunden am Stück fährt, profitiert stärker von automatischer Lenkung.
Wenn Section Control, Headland oder ISOBUS später eine Rolle spielen, sollte das direkt mitgedacht werden. Ein Betrieb kann mit optischer Führung starten, sollte aber wissen, welche Erweiterungen später möglich sind.
Entscheidungshilfe
Geringer Montageaufwand: AG1
Fahrer lenkt selbst: AG1
Automatische Lenkung ohne steer-ready Traktor: AT2 oder AT2 Max
Größeres Display und mehr Komfort: AT2 Max
Originales Lenkrad behalten und vorhandene Hydraulik nutzen: AS2
Kompatibler steer-ready Traktor vorhanden: AS2 prüfen
Häufiges Umsetzen zwischen Maschinen: AG1 oder vorbereitete AT2/AT2-Max-Montagesätze
Deine nächsten Schritte
Entscheide zuerst, ob du nur eine präzise Anzeige willst oder ob der Traktor selbst lenken soll. Danach klärt sich die Systemfrage deutlich einfacher: AG1 für optische Führung, AT2/AT2 Max für elektrische automatische Lenkung, AS2 für kompatible steer-ready Fahrzeuge.
Quellen
Agrovec Produktinformationen und Shop-Beschreibungen zu AG1, AT2, AT2 Max und AS2.
