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AT2 oder AT2 Max – welches Lenksystem passt zu meinem Betrieb?

AT2 und AT2 Max sind beide automatische Lenksysteme für Betriebe, die nicht nur eine Spur angezeigt bekommen möchten, sondern den Traktor aktiv automatisch führen lassen wollen. Beide Systeme arbeiten mit GNSS-Empfänger, Lenkeinheit, Display und Lenkwinkelsensor. In Verbindung mit RTK sind bis zu 2,5 cm Spurgenauigkeit möglich.

Die Frage ist also nicht: "Welches System kann genau fahren?" Beide können präzise arbeiten. Die wichtigere Frage lautet: Wie intensiv wird das System genutzt, wie viel Übersicht braucht der Fahrer und welche Funktionen sollen heute oder später genutzt werden?

Was das AT2 bietet

Das AT2 ist der wirtschaftliche Einstieg in die automatische Lenkung. Es nutzt ein 10-Zoll-Touchdisplay, ein robustes Lederlenkrad mit 38 cm Durchmesser, GNSS-Empfänger und Lenkwinkelsensor. Typische Einsatzbereiche sind Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngung und Pflanzenschutz.

Für viele Betriebe ist das AT2 ausreichend, wenn vor allem gerade oder wiederkehrende Spuren gefahren werden, der Bildschirm übersichtlich sein soll und das System auf einem oder mehreren Traktoren genutzt werden soll. Das AT2 ist besonders interessant für Betriebe, die eine solide automatische Lenkung suchen, ohne sofort die maximale Ausstattung zu wählen.

Was das AT2 Max zusätzlich attraktiv macht

Das AT2 Max ist die komfortablere und leistungsstärkere Variante. Der wichtigste sichtbare Unterschied ist das 12-Zoll-Display. Das größere Terminal bietet mehr Übersicht, wenn mehrere Informationen gleichzeitig wichtig sind: Feldgrenzen, Führungslinien, Arbeitsgerät, Section Control, Vorgewende oder Applikationsdaten.

Agrovec beschreibt das AT2 Max als Lösung für professionellen Dauereinsatz mit hoher Rechenleistung, schnellen Reaktionszeiten und stabiler Bedienung auch an langen Arbeitstagen. Das ist vor allem für Betriebe wichtig, bei denen das Lenksystem nicht gelegentlich, sondern regelmäßig und intensiv eingesetzt wird.

Displaygröße im Alltag

Der Unterschied zwischen 10 Zoll und 12 Zoll klingt zunächst klein. Im Alltag kann er aber spürbar sein. Wer nur eine AB-Linie fährt, kommt mit einem kleineren Display gut zurecht. Wer zusätzlich Karte, Feldgrenze, Vorgewende, Arbeitsgerät und Schaltstatus im Blick behalten möchte, profitiert von mehr Bildschirmfläche.

Gerade bei Pflanzenschutz, Düngung oder Arbeiten mit mehreren Funktionen kann ein größeres Display Fehler vermeiden helfen. Der Fahrer muss weniger zwischen Ansichten wechseln und erkennt schneller, ob das System richtig arbeitet.

Funktionen, die beide Systeme interessant machen

Beide Systeme können mehr als nur AB-Linien fahren. Je nach Ausstattung und Lizenz sind Funktionen wie ISOBUS-Kompatibilität, Section Control, Farm Management mit VSC/VRC und GIS-Daten, Headland-System sowie Smart U-Turn und Basic Turn relevant.

Das ist vor allem dann wichtig, wenn der Betrieb später nicht nur lenken, sondern auch Arbeitsgeräte, Teilbreiten oder Applikationskarten einbinden möchte. Wer heute nur lenken will, aber in zwei Jahren Section Control nachrüsten möchte, sollte diese Perspektive direkt in die Kaufentscheidung einbeziehen.

AT2 oder AT2 Max nach Betriebsprofil

AT2 passt häufig gut zu Betrieben, die ein zuverlässiges automatisches Lenksystem für Standardarbeiten suchen. Dazu gehören Grubbern, Walzen, Düngen, einfache Aussaat oder Grünlandarbeiten. Wenn der Fahrer vor allem Entlastung und bessere Anschlussfahrten möchte, ist AT2 oft vernünftig.

AT2 Max passt besser, wenn das System viele Stunden läuft, mehrere Fahrer damit arbeiten, komplexere Funktionen genutzt werden oder der Betrieb auf mehr Komfort setzt. Es ist auch dann interessant, wenn die Maschine häufig mit unterschiedlichen Geräten arbeitet und die Bedienoberfläche im Alltag möglichst viel Übersicht bieten soll.

Entscheidung nicht nur nach Hektarzahl

Ein kleiner Betrieb kann ein AT2 Max brauchen, wenn er viele Spezialarbeiten macht. Ein größerer Betrieb kann mit AT2 gut auskommen, wenn die Anforderungen klar und einfach sind. Entscheidend sind nicht nur Hektar, sondern Einsatzstunden, Arbeitsbreiten, Geräte, Fahrer, Feldstruktur und geplante Zusatzfunktionen.

Typische Auswahlfragen

  • Wird das System nur für Spurführung genutzt oder auch für ISOBUS/Section Control?
  • Wie oft arbeitet der Fahrer mit Kartenansicht, Feldgrenzen oder Vorgewende?
  • Sind mehrere Fahrer beteiligt?
  • Wird das System regelmäßig umgesetzt?
  • Welche Displaygröße ist in der Kabine angenehm?
  • Soll später Smart U-Turn, Headland oder VRC/VSC genutzt werden?
  • Ist der Mehrpreis durch Komfort und Zeitersparnis im Alltag gerechtfertigt?

Deine nächsten Schritte

Wenn du hauptsächlich automatisch lenken möchtest, vergleiche zuerst Displaygröße, jährliche Einsatzstunden und geplante Zusatzfunktionen. Wer später Section Control oder ISOBUS stärker nutzen will, sollte das AT2 Max ernsthaft prüfen. Wer eine solide automatische Lenkung für klassische Feldarbeiten sucht, ist mit AT2 oft gut aufgestellt.

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